Dr. Jan Korbel

Wo stecken Besonderheiten im Genom – und wann machen sie krank?

Dr. Jan Korbel Foto: EMBL

Das Erbgut ist von Mensch zu Mensch verschieden. Dr. Jan Korbel sucht darin nach speziellen Abweichungen und dem Zusammenhang dieser Varianten mit der Entstehung von Krankheiten. Seit Oktober 2008 eine Arbeitsgruppe am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg. 

Zuvor war er, nach dem Studium in Berlin und Edinburgh, am EMBL bereits als Doktorand tätig. Im Jahr 2005 erhielt er seinen Doktortitel und forschte danach zweieinhalb Jahre an der Yale University.

Die Arbeitsgruppe von Jan Korbel am EMBL konzentriert sich auf Strukturvarianten im menschlichen Genom, also größere Abschnitte von Genen, die von Mensch zu Mensch verschieden sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie solche Veränderungen zu Krankheiten und insbesondere Krebs führen können. Weiß man, wo sich Strukturvarianten befinden und wie sie beschaffen sind, lassen sich daraus womöglich die genetischen Ursachen von bislang unerklärbaren Krankheiten ablesen. Den Teilnehmern des Seminars wird er mit einem Vortrag und Einblicken in sein Labor zeigen, wie aus charakteristischen Genveränderungen neue Therapieansätze für Krebserkrankungen abgeleitet werden können.

Korbel, der parallel zu seiner Tätigkeit in Heidelberg auch am EMBL-Standort in Hinxton (Großbritannien) arbeitet, ist außerdem am 1000-Genomes-Projekt beteiligt. Dabei soll eine Datenbank entstehen, die 2500 vollständig sequenzierte menschliche Genome enthält. Diese Daten würden dann der Wissenschaft für weitere Forschung zur Verfügung stehen. Korbel ist zudem Mitglied im Projekt Ethische und Rechtliche Aspekte der Totalsequenzierung des menschlichen Genoms (EURAT).