Prof. Christof von Kalle

Wie sieht der Weg von der Grundlagenforschung zur Anwendung aus?

Prof. Christof von Kalle Foto: NCT

Prof. Christof von Kalle Foto: NCT

Zwischen der ersten Publikation eines neuen Forschungsansatzes in einer Fachzeitschrift und einer fertigen Anwendung, die beispielsweise als Medikament den Patienten zur Verfügung steht, vergehen meist mehrere Jahre. Welche Zwischenschritte auf diesem langen Weg erfolgen müssen und wo Stolpersteine lauern, erklärt Christof von Kalle vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen.

Der Mediziner ist seit Juli 2005 Sprecher des Direktoriums des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und leitet zugleich die Abteilung Translationale Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Er koordiniert unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Universitätsklinikum.

Zu den Zielen seiner Arbeit gehört die rasche Umsetzung neuer Forschungsergebnisse in klinische Studien zur Entwicklung neuer Krebstherapien. Zudem hat von Kalle den Aufbau geeigneter Strukturen für eine bessere Behandlung von Krebspatienten durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen im Blick.

Nach dem Medizinstudium in Köln war von Kalle unter anderem als Arbeitsgruppenleiter der Abteilung I für Innere Medizin (1996 bis 2005) sowie am Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung (2000 bis 2005) an der Universität Freiburg tätig. Neue Strategien zur Gentherapie, insbesondere von Krebserkrankungen, und die angewandte Stammzellbiologie sind zwei der Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit am DKFZ und NCT.

Von Kalle wurde 2003 von der American Society Of Gene Therapy mit dem Young Investigator Award geehrt. 2005 erhielt er den Langener Wissenschaftspreis des Paul-Ehrlich-Institutes und 2011 den Eva Luise Köhler-Forschungspreis für Seltene Erkrankungen.