Prof. Gerd Gigerenzer

Wie interpretiert man Studien und Statistiken?

Gerd Gigerenzer Foto: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

15 Prozent mehr Betroffene. Eine Verdopplung der Überlebensrate. Ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Was haben diese Angaben wirklich zu bedeuten? Gerd Gigerenzer erklärt in den „Tauchgängen in die Wissenschaft“, was im Umgang mit Studien, Zahlen und Statistiken zu beachten ist.

Gigerenzer steht seit 1997 dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin vor. Er hat zahlreiche Preise erhalten, darunter den Preis der American Association for the Advancement of Science (AAAS) für den besten Zeitschriftenaufsatz in den Verhaltenswissenschaften und den Preis der Association of American Publishers für das beste Buch in den Sozialwissenschaften. Auch seine Sachbücher („Das Einmaleins der Skepsis“, „Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten“, „Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“) wurden mehrfach ausgezeichnet und in 18 Sprachen übersetzt. Seit 2001 ist Gigerenzer Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

In seiner Forschungsarbeit weist Gigerenzer immer wieder auf die Notwendigkeit hin, Studien und Statistiken richtig zu interpretieren, um die richtigen Schlüsse ziehen zu können. Gemeinsam mit dem Bochumer Ökonom Thomas Bauer und dem Dortmunder Statistiker Walter Krämer hat er im Jahr 2012 die Aktion „Unstatistik des Monats“ ins Leben gerufen, in der aktuell publizierte Zahlen und deren Interpretationen hinterfragt werden. Im dritten Seminar der „Tauchgänge in die Wissenschaft“ wird der Psychologe aufzeigen, wie wir Entscheidungen treffen, welche Fallstricke dabei im Umgang mit Zahlen lauern können und was Journalisten beachten müssen, um Studienergebnisse richtig einschätzen zu können.