Dr. Werner Bartens

Wie sollten Journalisten mit Studien umgehen?

Werner Bartens Foto: Süddeutsche Zeitung

Werner Bartens Foto: Süddeutsche Zeitung

Eine Pressemitteilung zu einem neuen Arzneimittel landet auf dem Redaktionstisch. Erste Studien sehen viel versprechend aus, vermeldet der Hersteller. Doch sind diese Daten wirklich ein Grund zu neuer Hoffnung für Patienten? Oder werden da Zahlen aufgebauscht? Werner Bartens geht solchen Fällen in den „Tauchgängen in die Wissenschaft“ auf den Grund.

Bartens, Leitender Redakteur im Wissenschaftsressort der „Süddeutschen Zeitung“, ist selbst Mediziner und nimmt in seiner Berichterstattung immer wieder Missstände im Gesundheitssystem ins Visier. Falsche Versprechungen, sinnlose Untersuchungen, Geringschätzung der Patienten – diese Themen greift er auch in seinen Büchern auf, die bisher in zwölf Sprachen übersetzt wurden und einige Bestseller wie „Das Lexikon der Medizin-Irrtümer“ oder „Das Ärztehasser-Buch“ hervorgebracht haben. Für das 2012 erschienene Heillose Zustände: Warum die Medizin die Menschen krank und das Land arm macht“ wurde er bei der Wahl zum Wissenschaftsjournalisten des Jahres 2012 mit Platz 2 bedacht, die Jury lobte das Werk als „ den wichtigsten Beitrag zum Zustand des deutschen Gesundheitssystems (…). Das Buch ist pointiert, detailreich, dann und wann auch polemisch, aber immer lehrreich – wie es Bartens als Journalist und Leiter Wissenschaft der ‚Süddeutschen‘ ist.“

Im Buch geht Bartens auch darauf ein, wie schwierig es ist, aus Studien und Statistiken die richtigen Schlüsse zu ziehen, und wie oft vor allem Journalisten vor der Herausforderung stehen, ihren wahren Gehalt schnell erkennen und für ihr Publikum erklären zu müssen. Auf dieses Problem geht Bartens  im dritten Seminar der „Tauchgänge in die Wissenschaft“ im Rahmen eines Workshops ein. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor des Center for Adaptive Behavior and Cognition (ABC) am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, erklärt er, was Journalisten im Umgang mit Studien, Zahlen und Statistiken beachten müssen. Zudem moderiert Bartens die Diskussionsrunde „Alt + krank = arm? Ist unser Gesundheitssystem fit für den demografischen Wandel?“