Seminar 1 in Bremerhaven und Bremen: Klimawandel und Energie

Reisen in die Tiefsee und in die Klimageschichte der Erde unternahmen die Teilnehmer am MARUM in Bremen. Foto: V. Diekamp/MARUM

Reisen in die Tiefsee und in die Klimageschichte der Erde unternahmen die Teilnehmer am MARUM in Bremen. Foto: V. Diekamp/MARUM

„Antworten auf den Klimawandel. Forschung für eine nachhaltige Energieversorgung“ ist der zweite Zyklus des Journalistenkollegs „Tauchgänge in die Wissenschaft“ überschrieben. Zum Auftakt warfen die Teilnehmer einen Blick in die Vergangenheit des Klimas und lernten wichtige Hintergründe über das Klimageschehen und die Grundlagen des Klimawandels kennen. Auch Windenergie und Nachhaltigkeit waren Themen des dreitägigen Seminars in Bremerhaven und Bremen.

Das Klimahaus in Bremerhaven ist eine der Stationen im ersten Seminar. Foto: Marcus Meyer / Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost

Das Klimahaus in Bremerhaven ist eine der Stationen im ersten Seminar. Foto: Marcus Meyer / Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost

Zum Verständnis des Klimawandels spielen die Weltmeere eine wichtige Rolle, denn sie sind eine zentrale Komponente des Klimasystems. Sie speichern und transportieren Wärme und steuern so auch Wind und Niederschlag und damit Rahmenbedingungen für Ökosysteme. Sie binden zudem große Mengen CO2. Auch im Hinblick auf die Energie der Zukunft haben sie große Bedeutung: Offshore-Windparks, Bergbau am Meeresboden oder Bioenergie aus Algen sind nur einige Beispiele dafür. Am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven (AWI), am MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und am Klimahaus Bremerhaven lernten die Teilnehmer der „Tauchgänge in die Wissenschaft“ diese Themen kennen.

Prof. Dr. Bernhard Diekmann aus dem Fachbereich Geowissenschaften des AWI erläuterte in seinem Überblicksvortrag „Beständig unbeständig – Antrieb und Folgen des Klimawandels gestern und heute“ die wichtigsten Prinzipien des Klimageschehens und den menschlichen Einfluss auf das Klima. Auf dem Forschungsschiff „Heincke“ erlebten die Journalisten dann, wie Wissenschaftler während ihrer Expeditionen arbeiten und welche Daten sie gewinnen. Ein Besuch im Eislabor des AWI illustrierte, welche Aussagekraft Bohrkerne beispielsweise aus dem Eis der Antarktis für die Klimageschichte haben. Zudem hatten die Teilnehmer Gelegenheit, mit Forschern zu sprechen, die gerade in der Antarktis-Station „Neumayer“ arbeiten. Den Abschluss des ersten Seminartags bildete die Dinner Speech von Prof. Dr. Felix Ekardt, Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik. Er thematisierte die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit, Energie und Klima.

Am MARUM in Bremen begann der zweite Seminartag. Prof. Dr. Michel Schulz, Direktor des MARUM, stellte die Arbeit des Instituts vor. Bei einem Rundgang mit Prof. Dr. Gerold Wefer, Leiter Arbeitsgruppe „Allgemeine Geologie – Meeresgeologie“ am MARUM, erlebten die Teilnehmer unter anderem Unterwasseraufnahmen aus der Tiefsee, lernten ein Meeresbodenbohrgerät kennen und durften sich an einem Simulator an der Steuerung eines Tauchroboters versuchen. Sie besuchten das Lager mit Bohrkernen aus dem Meeresboden und erfuhren, weshalb diese Bohrkerne als Klimaarchiv genutzt werden können. Prof. Dr. Hans von Storch, Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, erläuterte in einem Vortrag, welche Rolle der Mensch beim Klimawandel spielt und welche anderen Faktoren daneben die globale Erwärmung beeinflussen. Dr. Antje Wagenknecht, Geschäftsstellenleiterin des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Bremerhaven, stellte im Anschluss die Möglichkeiten der Windenergie vor. Sie erklärte, welche Potenziale die Windenergie noch hat, vor welchen Herausforderungen die Forschung derzeit steht und welche Lösungen künftig denkbar sind.

Am dritten Tag der „Tauchgänge in die Wissenschaft“ waren die Journalisten am Klimahaus Bremerhaven zu Gast. Prof. Dr. Peter Lemke, Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften am AWI, führte in einem Vortrag aus, warum es so wichtig ist, die Auswirkungen des Klimawandels auch auf regionaler Ebene zu betrachten und wieso es so schwierig ist, auf dieser Ebene Prognosen zu erstellen. Welche Auswirkungen Entwaldung und Landwirtschaft auf die globale Erwärmung haben, legte Prof. Dr. Detlev Drenckhahn, Präsident des WWF Deutschland, dar. Den Abschluss des Seminars bildete ein Workshop zum Thema „Risikokommunikation. Wie Medien mit wissenschaftlicher Unsicherheit umgehen“. Prof. Dr. Georg Ruhrmann, Institut für Kommunikationswissenschaft Jena, Dr. Wiebke Rögener, Leitende Redakteurin des „Medien-Doktor Umwelt“, und Arne Dunker, Geschäftsführer des Klimahaus Bremerhaven, stellten darin vor, was Journalisten im Hinblick auf Risikokommunikation wissen müssen und gaben zudem Tipps für die redaktionelle Praxis.