Seminar 2 in Potsdam: Warum wir neue Energie brauchen – und welche

Am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung begann das zweite Seminar. Foto: Manuel Frauendorf

Am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung begann das zweite Seminar. Foto: Manuel Frauendorf

Wie sieht die Zukunft des Klimas aus? Warum brauchen wir erneuerbare Energien – und welche stehen zur Verfügung? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der zweiten Veranstaltung im Seminarzyklus „Antworten auf den Klimawandel. Forschung für eine nachhaltige Energieversorgung“. An drei Tagen diskutierten die Teilnehmer in Potsdam mit Experten, lernten Klimamodelle kennen und warfen einen Blick hinter die Kulissen der Forschung.

Nachdem die Teilnehmer des Journalistenkollegs „Tauchgänge in die Wissenschaft“ im Auftaktseminar die Grundlagen des Klimageschehens kennen gelernt und erfahren hatten, woher unsere Kenntnisse über die Entwicklung des Weltklimas im Verlauf der Erdgeschichte kommen, richtete sich im zweiten Seminar der Blick in die Zukunft. Am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erhielten die Journalisten am ersten Seminartag Einblicke in die Arbeit mit Klimamodellen. Institutsdirektor Prof. Dr. Joachim Schellnhuber stellte die vergleichende Arbeit mit verschiedenen Klimamodellen vor. Im Anschluss daran erläuterte Dr. Georg Feulner, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Erdsystemanalyse am PIK, welche Daten für Klimamodelle genutzt werden, welche Aussagekraft sie haben und wo die Grenzen und Ungewissheiten bei der Modellierung liegen. Dr. Thomas Nocke verdeutlichte im Anschluss anhand des Projekts „Klimafolgen online“, welche Herausforderungen sich bei der Prognose von Klimaveränderungen ergeben und welche Folgen insbesondere in Deutschland durch den Klimawandel zu erwarten sind.

Erneuerbare Energien als eine Methode, die globale Erwärmung einzudämmen, bildeten dann den zweiten Schwerpunkt des Seminars in Potsdam. Prof. Dr. Hermann-Josef Wagner, Leiter des Lehrstuhls Energiesysteme und Energiewirtschaft der Ruhr-Universität Bochum, gab einen Überblick über den künftigen Energiemix und zeigte auf, welche Energieform welche Potenziale hat. Am zweiten Seminartag stellte Prof. Dr. Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ), die Zusammenhänge zwischen Klima- und Energiedebatte dar. Die Forschungsarbeit am GFZ erlebten die Teilnehmer danach ganz unmittelbar mit einem Besuch im Dendrochronologie-Labor und einer Einführung in die Arbeit mit einem Sekundärionen-Massenspektrometer.

Am zweiten Seminartag waren die Journalisten am Deutschen GeoForschungszentrum zu Gast. Foto: GFZ

Am zweiten Seminartag waren die Journalisten am Deutschen GeoForschungszentrum zu Gast. Foto: GFZ

Prof. Dr. Ferdi Schüth, Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr, beleuchtete im Anschluss die Frage des Zusammenspiels von fossilen und erneuerbaren Energieträgern. In einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Sauber, sicher, günstig – können erneuerbare Energien zuverlässig unseren Bedarf abdecken?“ debattierten Experten dann über die Frage, ob ein Umstieg auf erneuerbare Energien die Versorgungssicherheit gefährdet, welche Rolle die Stromnetze dabei spielen und wie die Preisentwicklung zu bewerten ist. Auf dem Podium vertreten waren Dr. Frank Büchner, Leiter des Sektors Energy bei Siemens Deutschland, Prof. Dr. Clemens Hoffmann, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel, Prof. Dr. Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance Berlin sowie Prof. Dr. Ferdi Schüth. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Michael Bauchmüller, Parlamentskorrespondent der Süddeutschen Zeitung.

Am dritten Seminartag wurden die Inhalte vor allem reflektiert – aus ethischer und journalistischer Perspektive. Zunächst sprach Prof. Dr. Lukas Meyer vom Institut für Philosophie der Universität Graz zum Thema „Klimawandel und Gerechtigkeit“. Dann diskutierten die Teilnehmer in einem Workshop mit Axel Bojanowski, Wissenschaftsredakteur bei Spiegel Online, und Prof. Dr. Ralph Hertwig, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung Berlin, die Frage, welche besonderen Herausforderungen sich für Journalisten beim Umgang mit Risiken, Unsicherheiten und Themenkarrieren ergeben.

Hier gibt es Impressionen des Seminars in Potsdam.