Seminar 3 in Halle: Erneuerbare Energien

Wie können Solarzellen optimiert werden? Diese und andere Fragen werden im Seminar diskutiert. Foto: © Petair – Fotolia.com

Was können erneuerbare Energien leisten? Diese Frage stand im Mittelpunkt des dritten Seminars im Journalistenkolleg „Antworten auf den Klimawandel. Forschung für eine nachhaltige Energieversorgung“ vom 23.-25. Oktober 2014 in Halle (Saale). An drei Seminartagen erfuhren die Teilnehmer in Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops wissenschaftliche Hintergründe aus erster Hand.

Teilnehmer der „Tauchgänge in die Wissenschaft“ sind 15 Journalisten, die nicht im Wissenschaftsressort arbeiten. Sie bekommen im Kolleg Einblicke in die aktuelle Forschung und die Rahmenbedingungen der Wissenschaft. Die Journalisten haben im ersten Seminar Grundlagen und Ausmaß des Klimawandels diskutiert, im zweiten Seminar standen unter anderem Klimamodelle im Mittelpunkt. Das dritte Seminar legte den Schwerpunkt auf einzelne Aspekte des mit der Energiewende angestrebten Umstiegs auf erneuerbare Energien.

Zunächst wurde dabei ein Blick auf die Forschungsförderung gerichtet. Dr. Piotr Swiatek von der Nationalen Kontaktstelle Energie gibt den Teilnehmern einen Überblick, wie Forschung für erneuerbare Energien gefördert wird. Er stellt die verschiedenen Projekte und Geldgeber vor, erklärt die Mechanismen der Förderung und erläutert, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden. Die Möglichkeiten und Grenzen der Bioenergie stellte im Anschluss Prof. Dr. Bernhard Schink, Professor für Limnologie und Mikrobielle Ökologie an der Universität Konstanz vor.

Der zweite Seminartag begann für die Journalisten im Solar Valley, einem Industriegebiet in Bitterfeld-Wolfen, in dem sich zahlreiche Unternehmen der Photovoltaik-Branche angesiedelt haben. Bei einem Besuch der Calyxo GmbH erlebten sie vor Ort, wie Solarmodule hergestellt werden. Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg, führte in einem Vortrag aus, was Solarenergie leisten kann.

„Kernfusion, Stromdrachen, Wellenkraftwerke – Kühne Konzepte für die Energieerzeugung der Zukunft“ stellte Wissenschaftsjournalist Ralph Diermann den Teilnehmern in einem Überblicksvortrag vor. Ein aktuelles Projekt, um Wasserstoff aus regenerativen Quellen zu gewinnen und so ein Speichermedium für erneuerbare Energien zu schaffen, präsentierte Dr.-Ing. Joachim Wicke, Leiter Vertrieb Deutschland Produkte & Systeme bei der Siemens AG, den Teilnehmern.

In einer von „Tagesspiegel“-Redakteurin Dagmar Dehmer moderierten Podiumsdiskussion debattierten die Journalisten im Anschluss daran mit Experten über die Frage „Wohin mit der sauberen Energie? Das Problem der Netze und Speichertechnologien“. Auf dem Podium vertreten waren Prof. Dr. Jörg Bagdahn, Leiter des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle (Saale), Prof. Dr. Angelika Heinzel, Lehrstuhl Energietechnik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Dirk-Uwe Sauer, Leiter des Instituts für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe an der RWTH Aachen, und Prof. Dr. Miranda Schreurs, Leiterin des Forschungszentrums für Umweltpolitik an der FU Berlin.

Das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ brachte Prof. Dr. Robert Schlögl, Direktor des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin den Journalisten am dritten Seminartag näher. Er erläuterte die Ziele des Projekts und stellt erste Ergebnisse vor. Zum Abschluss des Seminars klärten Thomas Hallet, Programmgruppenleiter Wissenschaft beim Westdeutschen Rundfunk, und Prof. Dr. Walter Krämer, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Technischen Universität Dortmund, die Frage „Wie lügt man mit Statistik und wie nutzen Journalisten Daten richtig?“