Seminar 4 in Karlsruhe: Wege zu einem nachhaltigen Energiesystem

Am Karlsruher Institut für Technologie sind die Teilnehmer im vierten Seminar zu Gast. Foto: KIT

Am Karlsruher Institut für Technologie sind die Teilnehmer im vierten Seminar zu Gast. Foto: KIT

Welche Wege können wir beschreiten, um zu einem nachhaltigen Energiesystem zu gelangen? Zum Abschluss des Journalistenkollegs „Antworten auf den Klimawandel. Forschung für eine nachhaltige Energieversorgung“ gingen die Teilnehmer der „Tauchgänge in die Wissenschaft“ vom 12.-14. März 2015 in Karlsruhe dieser Frage nach. Sie erhielten wissenschaftliches Hintergrundwissen aus erster Hand, diskutierten mit hochrangigen Experten und besuchten des Karlsruher Institut für Technologie (KIT), eine der führenden Forschungseinrichtungen in Europa zur Energieforschung.

Die teilnehmenden Journalisten hatten in den ersten drei Seminaren des Kollegs bereits Grundlagen und Ausmaß des Klimawandels, Klimamodelle und wichtige technologische Fragestellungen der Energiewende kennen gelernt. Zum Abschluss der Seminarreihe wurde der Fokus vor allem auf Strategien für die Zukunft gelegt, unter anderem im Hinblick auf Elektromobilität, Beteiligungsprozesse bei Großprojekten oder den Ressourcenbedarf von Städten.

In der Bioliq-Pilotanlage wird Treibstoff aus Stroh gewonnen. Foto: KIT

In der Bioliq-Pilotanlage wird Treibstoff aus Stroh gewonnen. Foto: KIT

Prof. Dr. Holger Hanselka, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie, stellte den Journalisten die Forschungseinrichtung vor und illustrierte dann am Beispiel des „Energy Lab 2.0“, was die Energieforschung am KIT leistet. In einer Podiumsdiskussion wurden im Anschluss die Potenziale der Green Economy diskutiert.

Der zweite Seminartrag begann mit einem Vortrag über die „Herausforderungen auf dem Weg zur Elektromobilität“. Im Anschluss besichtigten die Journalisten eine Forschungsfabrik, in der Lithium-Ionen-Batterien hergestellt werden, die unter anderem in Elektroautos eingesetzt werden. Auch in der Pilotanlage „Bioliq“ warfen sie einen Blick hinter die Kulissen – dort wird Bio-Kraftstoff der zweiten Generation aus Reststoffen der Agrar- und Forstwirtschaft gewonnen.

Bessere Batterien für die Elektromobilität sind eines der Ziele von Competence E. Foto: KIT

Bessere Batterien für die Elektromobilität sind eines der Ziele von Competence E. Foto: KIT

Prof. Dr. Markus Ludwigs von der Universität Würzburg brachte den Teilnehmern den rechtlichen Rahmen der Energiewende näher, beispielsweise im Hinblick auf das Wettbewerbsrecht und die europäische Integration der Stromnetze. Dass es bei der Energiewende längst nicht nur um Strom geht, machte danach Prof. Dr. Felix Ziegler vom Institut für Energietechnik der TU Berlin deutlich: Er stellte in den „Tauchgängen in die Wissenschaft“ neue Lösungen für Wärme und Kälte vor.

Wie die Bürger bei Fragen wie Netzausbau, Fracking oder Biosprit am besten einbezogen werden können und ob Fragen der Akzeptanz womöglich zum entscheidenden Hindernis für die Energiewende werden könnten, debattierte danach eine Expertenrunde in einer Podiumsdiskussion. Zum Abschluss des zweiten Seminartags stellte Prof. Dr. Peter Gumbsch, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg und Halle/Saale vor, mit welchen Methoden die Materialforschung für effizientere Maschinen und Prozesse sorgen und damit zu mehr Energieeffizienz beitragen kann.

Die Stadt der Zukunft und ihren Ressourcenbedarf nahm zum Auftakt des dritten Seminartags Prof. Dr. Sigrun Kabisch, Leiterin des Departments Stadt- und Umweltsoziologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Leipzig, in den Blick. Schließlich erhielten die Teilnehmer zum Abschluss des Seminars in einem Workshop wertvolle Tipps zum „Wissenschaftsjournalismus der Zukunft – Multimedia, Storytelling, Daten“.