AWI

Bohrungen im Meereis liefern Daten zur Eisdicke - hier in der Arktis. Daraus sind Rückschlüsse auf die Klimageschichte der Erde möglich. Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut

Bohrungen im Meereis liefern Daten zur Eisdicke – hier in der Arktis. Daraus sind Rückschlüsse auf die Klimageschichte der Erde möglich. Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut

Forschung am AWI – dem Klima auf der Spur

Die Wissenschaftler am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), forschen in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Das Institut koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur für die nationale und internationale Wissenschaft zur Verfügung.

Das Forschungsprogramm umfasst vier große Themen: die Veränderungen in Arktis und Antarktis sowie in Küstenökosystemen, die Klimageschichte der Erde und die Optimierung von Klima- beziehungsweise Erdsystemmodellen durch die Integration aktueller Erkenntnisse aus der Polarforschung. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist ein besseres Verständnis der komplexen Beziehungen zwischen Ozean, Eis, Atmosphäre, Meeresboden und der Tier- und Pflanzenwelt – inklusive der Frage, inwieweit Veränderungen in diesem System vom Menschen verursacht sind.

Rund 1000 Mitarbeiter sind für das AWI tätig, das seinen Hauptsitz in Bremerhaven hat. Von hier starten auch die Expeditionen mit dem Forschungs- und Versorgungsschiff „Polarstern“, der wichtigsten mobilen Forschungsplattform des Alfred-Wegener-Instituts. Untersucht werden beispielsweise die Austauschprozesse in den Polarmeeren, die Meeresströmungen im Süd- und im Nordpolarmeer sowie der Aufbau, der Massenhaushalt und die Dynamik von Schelf- und Inlandeisen.

Zudem werden durch Bohrungen Eiskerne in bis zu 3000 Metern Tiefe gewonnen, die wichtige Hinweise zur Klimageschichte der Erde liefern. Denn das Eis vom Nord- und Südpol enthält Lufteinschlüsse, die Aufschluss geben über die Atmosphäre zum jeweiligen Zeitpunkt. So kann beispielsweise der CO2-Gehalt der Atmosphäre vor 800.000 Jahren bestimmt werden. Forscher aus aller Welt arbeiten am AWI mit solchen Bohrkernen.

Für meteorologische und geophysikalische Messungen werden auch die Forschungsstationen in der Arktis und Antarktis, drei weitere Forschungsschiffe sowie die beiden Polarflugzeuge „Polar 5“ und „Polar 6“ genutzt. Auch per Fernerkundung mit Satelliten aus dem All werden Daten gewonnen, die Einblicke in die Wechselwirkungen im System Ozean-Eis-Atmosphäre liefern – und damit in die Funktionsweise des Weltklimas.