DKFZ

Am DKFZ in Heidelberg sind mehr als 1000 Wissenschaftler tätig. Foto: DKFZ/Tobias Schwerdt

Am DKFZ in Heidelberg sind mehr als 1000 Wissenschaftler tätig. Foto: DKFZ/Tobias Schwerdt

Kampf gegen den Krebs – Die Arbeit am DKFZ

2010 starben 219.000 Menschen in Deutschland an Krebs, in jedem Jahr kommen rund 490.000 neue Krebserkrankungen hinzu. Damit ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland und für jeden vierten Todesfall verantwortlich. Am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg haben sich mehr als 1000 Wissenschaftler dem Kampf gegen die Krankheit verschrieben.

Das DKFZ ist mit mehr als 2200 Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Mehr als 70 Teams mit insgesamt rund 1000 Wissenschaftlern forschen hier, um herauszufinden, wie Krebs entsteht, wie man ihn erkennen, behandeln oder durch Prävention verhindern kann. Die Bedeutung ihrer Arbeit liegt auf der Hand: 50 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen in Deutschland müssen damit rechnen, im Laufe ihres Lebens Krebs zu bekommen.

Zur Arbeit des 1964 gegründeten DKFZ gehört auch die Aufklärung von Betroffenen, Angehörigen und interessierten Bürgern über die Volkskrankheit Krebs, die vom Krebsinformationsdienst (KID) geleistet wird. Am DKFZ ist zudem das 2003 gegründete Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) angesiedelt, eine Partnerschaft mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe. Seit 2007 ist das Krebsforschungszentrum in einer Allianz mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) verbunden.

Die Arbeit ist unterteilt in sieben Schwerpunkte, in denen beispielsweise erforscht wird, welche Prozesse innerhalb und zwischen den Krebszellen für ihr Wachstum, ihre Ausbreitung und ihr Überleben verantwortlich sind (Zell- und Tumorbiologie). Im Schwerpunkt Funktionelle und Strukturelle Genomforschung rückt die genetische Struktur von Krebszellen in den Mittelpunkt. Das Erbgut von Krebszellen wird dokumentiert, verglichen und nach Strukturen durchsucht, an denen beispielsweise Medikamente ansetzen können. Welche Rolle Umweltfaktoren wie Ernährung oder Schadstoffe in der Luft beim Krebs spielen, wird im Forschungsschwerpunkt Krebsrisikofaktoren und Prävention untersucht. Dazu kommen Arbeitsbereiche, die das Immunsystem in den Blick nehmen, Impfstoffe entwickeln, Anwendungsmöglichkeiten der Forschungsergebnisse für den klinischen Alltag suchen oder Verfahren entwickeln, um Tumoren besser sichtbar machen zu können.

Eine besondere Ehre wurde dem Deutschen Krebsforschungszentrum 2008 in Form des Nobelpreises für Medizin zuteil, der an Prof. Harald zur Hausen ging. Der langjährige Vorstandsvorsitzende des DKFZ hatte entdeckt, dass Gebärmutterhalskrebs durch humane Papillomviren ausgelöst wird. Heute steht ein Impfstoff dafür zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des DKFZ.