Haus der Generationen

Gemeinsam leben und lernen – das ist das Motto am Haus der Generationen. Foto: Falk Wenzel/Haus der Generationen

Abseits, ruhig, zurückgezogen, weg vom Trubel des Alltags: So sieht das Leben in vielen Altenheimen aus. Das „Haus der Generationen“ an den Franckeschen Stiftungen in Halle ist das Gegenmodell dazu. Unter einem Dach sind hier ein Altenpflegeheim, eine Grundschule und ein Familienzentrum vereint. Intergenerationelles, gemeinsames Leben und Lernen ist das Prinzip.

Das 2005 eröffnete „Haus der Generationen“ ist die bundesweit erste Einrichtung, in der dieses neue Lebensmodell umgesetzt wird. Unter einem Dach vereint sind die Maria-Montessori-Grundschule mit acht jahrgangsübergreifenden Klassen, das Altenpflegeheim der Paul-Riebeck-Stiftung mit 60 Bewohnern und ein Familienkompetenzzentrum, das Eltern mit Beratungsangeboten oder der Vermittlung von „Familienpaten“ weiterhilft.

Kinder und Senioren bleiben so im Gespräch miteinander, erleben einen gemeinsamen Alltag, stehen sich gegenseitig zur Seite und übernehmen füreinander Verantwortung. Sie entdecken Berührungspunkte und werden miteinander älter. Bei Lesestunden, einem Nachmittagskaffee mit Gesellschaftsspielen, beim gemeinsamen Singen im Chor, beim Basteln, Kochen oder Backen kommen die Schüler und die Bewohner des Altenpflegeheims ebenso zusammen wie auf dem gemeinsam genutzten Pausenhof. „Mich freut immer wieder die Lebendigkeit des Alltags, die das Haus der Generationen mit sich bringt“, sagt René Conrad, Leiter des Altenpflegeheims. „Beispielsweise, wenn Kinder aus der benachbarten Montessori-Schule an mein Büro klopfen, nach den Seniorinnen und Senioren fragen, die Geburtstag haben. Die überraschen sie dann mit einem selbstgebastelten Geburtstagsgeschenk.“

Der Austausch dient nicht nur der Geselligkeit: Ein lebendiges soziales Umfeld sowie körperliche und geistige Aktivitäten sind wichtige Faktoren für das gesunde Altern. Auf der anderen Seite lernen die Kinder im Zusammenleben mit den Heimbewohnern einen selbstverständlichen Umgang mit Alter, Gebrechlichkeit und Tod – Themen, die zusätzlich im Unterricht immer wieder eine Rolle spielen. So profitieren die Schüler von der Lebenserfahrung der Senioren, umgekehrt erleben die Bewohner des Pflegeheims die Kinder als „Wohlfühlfaktor“. Jede Generation entfaltet ihre eigenen Potenziale.

Ausschnitte aus der Fernseh-Dokumentation „Stützstrümpfe und Zuckertüten“ über das Haus der Generationen können Sie hier sehen.